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Pinùus Meinung zur Fußball WM

Das wirklich schöne an so einer WM ist, daß man anhand der Fahnen auf den ersten Blick sieht, wo die Trottel sind. Vorausgeschickt sei, ich bin großer Fußballfan. Ich liebe dieses Spiel, seine unzähligen Varianten, die Auswirkungen verschiedener Taktiken, das Prinzip Zufall, die ungezählte Zahl an Strategien, etc.
Lieben die Fahnenschwenker dieses Spiel auch, oder sind sie einfach von einem Patriotismus überwältigt, bei dem sie ihre eigene Unfähigkeit in den Windschatten nationaler Sporterfolge stellen können? Ist es ein Rausch des “jetzt-bin-ich-auch-mal-erfolgreich” gepaart mit dem unwiderstehlichen Drang nach Party und Geltung, wenn Leute plötzlich einen Özil vergöttern, den sie gnadenlos als Scheißtürken bezeichnen würden, wenn er das Trikot seines Landes tragen und gegen Deutschland spielen würde? Ich denke nein.

Ich glaube, daß sich auf diese Art und Weise eine Frustration entlädt, die sich aufgrund der Unzulänglichkeiten in dem Staat, dessen Flagge man so vehement schwenkt, aufgestaut haben und nun ihr Ventil im Fremden finden. Anders ausgedrückt, Fußball bietet wunderbare Trittbretter für Fremdenfeindlichkeit. Und das in einem vereinten Europa ohne Grenzen?

In den einschlägigen Fußballforen ist davon die Rede, daß man froh ist, daß die “Scheiß Froschfresser” endlich heimfahren dürfen. Nicht im Einzelfall, sondern in der Regel. Auch wenn ein Mathieu Delpierre aus Frankreich im eigenen Team steht. So geht das ohne Ausnahme weiter: Scheiß Engländer, Scheiß Serben....etc.

Da stellt sich doch die Frage, eignen sich die Strukturen in unserem derzeitigen Staat dazu, Fremdenhaß zu schüren oder gar derartige Frustrationen aufzubauen, die sich in verbaler oder körperlicher Gewalt gegen die entlädt, die durch Zufall woanders geboren sind?

Freilich werden Politiker gerne darauf hinweisen, daß diese Leute einfach keine Bildung und keine Kultur besitzen. Aber warum ist das so? Warum sind Politiker nur noch Werkzeuge von Lobbyisten aus Groß-Industrie und Banken und setzen bis hin zum Entwicklungsgeld unzählige Milliarden dafür ein, daß einige wenige noch mehr Geld raffen können, während Kultur und Bildung für Otto Normalverbraucher ständig gekürzt und reduziert werden? Vom Gesundheitswesen oder sinnvoller Entwicklungshilfe gar nicht zu reden.

Vielleicht ist es diesen Leuten ja sogar insgeheim recht, wenn der Mob ein Feindbild hat, Hauptsache, sie selbst sind es nicht und können mit schamloser Selbstgerechtigkeit ihre Phrasen im Fernsehen dreschen.

Man denke also bitte ein wenig darüber nach, bevor man Fahnen schwenkt. WESSEN Fahne ist das? Erich Kästner hat es auf die einfache Formel gebracht: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber.

Fortsetzung folgt

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